Sie saß ganz hinten im Klassenzimmer. Ihr Haar roch immer nach Gras. Ich konnte nichts sagen, bekam nur Kreidestaub an die Hände. Wenn sie vorbeiging, kam Wind auf, und die Seiten meines Buches blätterten sich von selbst um.
Wir haben uns kein einziges Mal an den Händen gehalten. Wir haben nie denselben Schirm geteilt. Und doch erinnere ich mich noch an den feinen Flaum in ihrem Nacken. Wenn Regentropfen ans Klassenfenster klopften, sah ich nur sie an.
Eines Tages wechselte sie die Schule. Als ich davon hörte, ging ich auf den Schulhof hinaus. Hinter dem Fußballtor kauernd nahm ich ein Bonbon aus meiner Tasche. Es war das, das sie einmal heimlich auf meinen Tisch gelegt hatte.
Ihr Gesicht ist jetzt verschwommen. Aber die Süße liegt noch immer auf meiner Zunge. Ich schreibe ihr einen Brief: Weißt du, welchen Geschmack dieses Bonbon hatte? Diesen Brief werde ich nie abschicken, aber die Person, die ihn erhielte, wüsste es wohl.
